Gerhard Maurer | MAX, 34
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MAX, 34

Eine geschlossene Tür, ein rundes Fenster, eine menschliche Gestalt, unscharf, fast ein Schatten, weit weg und schon fast nicht mehr da. Der Betrachter steht hinter dieser Tür und sieht diese Gestalt. Vielleicht ist es so, dass diese Türe versperrt ist, vielleicht ist auch nicht klar, wie man sie öffnen kann, vielleicht soll sie auch nicht aufgehen, vielleicht will diese Gestalt, die ein Mann ist, der Max heißt, das auch gar nicht. Vielleicht, wahrscheinlich, ist aber auch alles anders.

Gerhard Maurer hat Max mit seiner Kamera begleitet, stundenlang, auf Spaziergängen, beim Schwimmen, im Supermarkt. „Ich bin einfach dabei.“ Mehr hat Gerhard Maurer dazu eigentlich nicht zu sagen. Der Fotograf ist dabei. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Diese Fotos zeigen einen Mann bei dem, was er gerne macht. Max ist viel unterwegs, manchmal sitzt er aber einfach auch nur da, macht vielleicht eine Pause. Er sitzt so, wie er es gerne mag. Im Schneidersitz, oft liegen seine Hände über den Ohren. So sitzt Max auf der Bank unter einem großen Baum aber auch im Supermarkt.

Max ist ein neugieriger Mensch, der seine Umwelt immer und immer wieder erkundet. Er berührt, das was ihm begegnet, fast so als wollte er all das im wahrsten Sinn des Wortes begreifen: Das Holz eines Zaunes, den Boden, das Wasser am Ufer des Teichs. Die Hände, sie fallen auf den Fotos Gerhard Maurers immer wieder auf. Sie scheinen dauernd in Bewegung zu sein. Fast ist es so als redeten sie, kommentierten sie das Erlebte, das Gesehene. Ausdrucksstarke, kräftige Hände. Max scheint ein sehr sportlicher Mann zu sein, der sich seines Körpers, seiner Kraft, seiner Beweglichkeit, seiner Energie bewusst ist.

Max ist Autist. Und alles, was in diesem Text steht, könnte für Max stimmen oder auch nicht. Wir wissen es einfach nicht. Wir können es nicht wissen. Max ist wie jeder Mensch, dem wir begegnen ein Rätsel. Nur können wir Max einfach nicht fragen, was er dazu meint. Er steht dafür nicht zur Verfügung. Aber eigentlich muss man auch nicht reden, es geht, wie Gerhard Maurer zeigt, auch anders. Gerhard Maurers Fotos sind viel mehr als nur Abbilder, einfache Abbildungen des Lebens. Sie zeigen das, was hinter den Dingen liegt, was uns Menschen ausmacht.

MICHAELA MONSCHEIN